BIOGRAPHIE

“Liedermacher, das wurde für die Kulturschickeria einer, der zwar schlecht Gitarre spielt, aber dafür auch keine Stimme hat.”
Wolf Biermann, Affenfels

Biographie Pascal Gentner

1968 kommt P. G., Sohn eines Schwaben und einer Südfranzösin, in Casablanca auf die Welt. Mit zwei Jahren hält seine Mutter ihn für verrückt: während sein Bruder Autos über den Teppich fährt, sitzt er teilnahmslos mit zwei Fingern im Mund vor dem Plattenspieler. Sie beruhigt sich erst, als er anfängt, mittlerweile im Rheinland wohnend, Fußball und Blockflöte zu spielen. Es folgen im Laufe der Jahre Schlagzeug, Klavier und alles, was man so am Lagerfeuer braucht. Von Vorteil, dass er unweit einer Musikschule groß wird.

Nach der Schule und zwei Jahren Zivildienst in Paris beginnt er mit dem Studium in Trier, das er nach drei Wochen abbricht, um die Band „Passi und die Passagiere“ zu gründen. Obwohl deutsche Texte damals unter Newcomern verpönt sind, hält die Gruppe mehr als der Name verspricht und löst in der „Weltstadt mit Herz“ Neuwied am Rhein eine mittelprächtige Hysterie aus. Das Fernweh zieht ihn 1992 zwei Monate nach Afrika und 1993 für ein gutes Jahr nach Kalifornien und Texas, wo er in Obdachlosenheimen mitarbeitet und sich seltsamerweise mit der country music anfreundet. Zurück in Deutschland zieht er ein knappes Jahrzehnt nur noch innerhalb Kölns um (genauer gesagt Ehrenfeld) und verfolgt weiterhin seinen Traum von der Musik-„Karriere“. Seine eigenwilligen und wenig kompromissbereiten Bemühungen bescheren ihm reichhaltige Erfahrungen in der Arbeitswelt, vom Käseverkäufer und Jugendbildungsreferenten hin zum Frachtbucher, um nur einige zu nennen. Ein weiteres Bandprojekt mit Namen “loop’n’rein” endet, als er sich 1997 an seine früheste Kindheit und den großen Pete Seeger (nicht Bob!) erinnert. Die Erleuchtung: Pascal Gentner wird Singer-Song-Writer – äh – Liedermacher. Allein mit der Gitarre, nie mehr Bandstress!

1998 erscheint seine erste CD “das glaubt mir eh keiner”, begleitet von Solokonzerten im deutschsprachigen Raum. Die “Platitüde in E” (2000) und eine “live” (2002) folgen. Anfangs überwiegen die öffentliche Konzerte, bis er 2003 den US-Amerikanischen Singer-Song-Writer Peter Hwosch kennenlernt, der ihm von den house concerts erzählt. Hauskonzerte werden zu Pascal Gentners Nische, circa 500 Wohnzimmer, Küchen und Flure hat er seitdem in diesem Rahmen kennengelernt und besungen.

2002 zieht er von Köln aufs platte Land ins Moor zwischen Bremen und Bremerhaven. Er heiratet, wird Papa und findet seine optimale Aufteilung fürs Berufsleben: halbe Stelle an der örtlichen Musikschule, andere Hälfte freiberuflicher Liedermacher. Familienkompatibel, flexibel und nie langweilig.

Tochter Romy mit Kontrabass

 

2004 erfüllt er sich den lang gehegten Wunsch, in Südfrankreich eine CD aufzunehmen, diesmal mit Kind, Kegel und klasse Musikern. Das Album „Zuhören“, ist das lebendige und musikalisch abwechslungsreiche Dokument einer außergewöhnlichen Woche.

Foto von Session in Omas Esszimmer

Die nun folgende, schöpferisch künstlerische Pause (….Elternzeit) füllt Pascal Gentner mit Ausflügen in den Irish-Scottish-Folk. Im Trio “Tantallon” zupfte er Bässe, schlug Mandolinen und drückte das Akkordeon. Die Arbeit mit Tantallon mündet in der Gründung des Duos “Boots or Bags” mit Joanna Scott Douglas. Die schottische Sängerin schreibt Texte, die von Pascal Gentner vertont werden.

Pascal Gentner und Joanna Scott Douglas

 

Auf seiner im Sommer 2010 erschienenen CD “teilen” schreibt er:

“Im Moor, im Juli 2010
Moin, es geht noch! Sechs Jahre nach der „zuhören“ bin ich erleichtert, Euch endlich neue Lieder auf einer CD mit-“teilen“ zu können. Viel ist passiert in dieser Zeit. Ich habe mich auf dem Land eingelebt, ein Zuhause renoviert, die örtliche Musikschule infiltriert, eine Mediationsausbildung gemacht, Kinder kamen auf die Welt, Väter verließen sie. Vor zwei Jahren waren gerade ein paar Stücke geschrieben, nicht genug für ein Album. In dieser Zeit war ich für die Freiheiten eines unabhängigen (also unbekannten) Liedermachers sehr dankbar. Keiner klopfte an, um mir Prioritäten auszureden. Ein weiterer Grund für die lange Pause lässt sich auf „Finanzkrisendesasterhappyend“ nachlesen.
Meine anhaltende Textschwäche verkürzte ich mir durch die Mitarbeit bei „Boots or Bags“ www.bootsorbags.de, dank derer ich den sympathischen (Helge-Schneider-) Gitarristen/Sänger/Studiobesitzer Sandro Giampietro www.sandroweb.com aus dem Nachbardorf kennen und schätzen lernte.

Eine Bandversion des Songs „sing“ aus dem Jahr 2008 findet Ihr hier [MP3]. Ursprünglich sollte dies der Startschuss für die neue CD sein, zu der ich einige der „zuhören“-Veteranen für eine Aufnahme-Session zu uns in den Norden lotsen wollte. Sanary-Feeling im Moor fiel aus verschiedenen Gründen (auch pekuniären, siehe “Finanzkr…-etc.“) ins Wasser. Im Nachhinein war es für die „teilen“ von Vorteil. Mir wurde klar, dass eine reine Liedermacher-CD momentan stimmig ist. Gitarre, Gesang, viel Text, wenig Schnick-Schnack. Damit es beim Durchhören nicht allzu eintönig wird haben wir hier und da Klangtupfer hinzugefügt. Hans-Malte Witte www.spiritup.de, sonst viel im Jazz unterwegs und gelegentlicher Pianist in der Harald-Schmidt-Show, spielte trotz Zeitdruck ein paar Blasinstrumente ein.”

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Einige Jahre später die nächste CD. Warum nicht einmal ein Hauskonzert aufzeichnen? Warum nicht beim Musiker selbst? Gesagt, getan. Peter Brandt, einer der renommiertesten live-Mischer weltweit, wurde von Thrani mitgebracht, seines Zeichens alter Freund und Mitmusiker bei den Passagieren. Bob war wieder wie bei der “zuhören” fürs Artwork zuständig. “zuhause live” fängt die typisch intime und intensive Atmospäre der Hauskonzerte ein, die Pascal Gentner selber so genießt.

2015 kommt die Anfrage von Propeller Produktionen, wie es denn mit der Schauspielerei aussähe? Ob er den Wolf im Kindertheaterstück „Ein Schaf fürs Leben“ spielen könne? Die Rolle passt. Pascal Gentner steuert noch das Titelstück „Gegensätze“ bei und hat Spaß an der Zusammenarbeit mit der Profi-Schauspielerin Kathrin Busch und den vielen Vorstellungen in und um Bremerhaven.