Live-CD (© Pascal Gentner 2002)
1. Ich geh aus’m Haus [MP3] [Video]
2. Zu früh schon zu spät
3. Castor
4. Ab heute [Tabs]
5. Pech gehabt – alles für die Katz / inklusive Happy-End-Strophe
6. Doppelpass [MP3]
7. Plan B [Video]
8. Kleiner Sonnenschein
9. Du warst ja vergeben [MP3]
10. Der Weg ist bereitet [Tabs]
11. Ihr seid hässlich
12. Luftschlossmillionär
13. Sie hat Passi gesagt
14. Couleurs du sud
15. Backsteinblondes Wunder
16. Die paar Meilen
17. Pourquoi les Cévennes
18. Auf Wiedersehn im nächsten Leben
19. Platitüde in E
1. Ich geh aus'm Haus (1998)
Ich
geh aus'm Haus und ich komm nicht mehr zurück / ich geh aus'm Haus
und ich komm nicht mehr zurück // das Dach ist dicht gedämmt
und grad renoviert / die Fenster doppelt verglast und gut isoliert /
für jede noch so kleine Rechnung / gibt's ne
Einzugsermächtigung // ich geh aus'm Haus und ich komm nicht mehr
zurück //
Ich muß raus in die Welt / sie wartet auf mich
/ ferne Gletscher und Wüsten / sie warten auf mich / vollgefressen
und unterernährt / jeder Regenbogen ist ne Sintflut wert //
Ich
geh aus'm Haus und ich komm nicht mehr zurück / ich geh aus'm Haus
und ich komm nicht mehr zurück // der Öltank ist im Sommer
schon bis oben gefüllt / im Eisschrank wartet Proviant
tiefgekühlt / im Winter ist es warm und gemütlich / und
mittendrin ersticke ich // die Wände lauschen und schauen
verklärt / eine Insel des Anstands sauber gekehrt / ich find mich
selbst im Dunkeln zurecht / und meine Schreie hör ich nicht //
Ich
muß raus in die Welt / sie wartet auf mich / ferne Gletscher und
Wüsten / sie warten auf mich / vollgefressen und unterernährt
/ jeder Regenbogen ist ne Sintflut wert //
Ich geh aus'm Haus und
ich komm nicht mehr zurück / ich geh aus'm Haus und ich komm nicht
mehr zurück // ich bau mir ein Haus ein echtes Meisterstück /
ich bau mir ein Haus ein echtes Meisterstück / mit großen
Fenstern und gut isoliert / nem dichten Dach der Rest wird renoviert //
ich bau mir ein Haus ein echtes Meisterstück //
2. Zu früh schon zu spät (1998)
Wer
hat die Momente verpasst / die sparsam das Leben uns lässt /
klarer als der reinste Diamant / feiner als die ehrlichste Hand / wer
hat sie wenn nicht ganz so fotogen / die Liebe fahrlässig
übersehn // wer ist sein eigener Prophet // wer kehrt um wenn der
Wind sich dreht / wer sagte zu früh schon zu spät //
Wer
lässt das Geländer nicht los / für wen ist Vertrauen
bloß / ein lästiges Versprechen auf Zeit / ein schlecht
geschütztes copy-right / wer hinkt seinem Schicksal hinterher /
und riskiert lieber ohne Gewähr // wer verzweifelt am eigenen
Gebet // wer kehrt um wenn der Wind sich dreht / wer sagte zu früh
schon zu spät //
Wer hat sein Image poliert / kokett charmante
Schwächen verziert / die hellen Seiten golden geschmückt /
und auch den letzten Zweifler erdrückt / wer hat auf den Orden
geschielt / und heimlich seine Seele verspielt // wer verleugnet das
eigene Pamphlet // wer kehrt um wenn der Wind sich dreht / wer sagt zu
früh schon zu spät //
3. Castor (1997)
Ägyptens
Stolz sind Pyramiden und Pharaone / die Griechen verehren Odysseus und
Antigone / die Schweizer sind ins Matterhorn und ins Bankgeheimnis
vernarrt / und die Amis ham als erste ihre Flagge auf den Mond gekarrt
// Italien schwärmt für Pasta die Mode und Rom / England
loves the Beatles Oasis and the Queen / Frankreich steht pour Nouvelle
Cuisine et la Première République / und die Russen ham
den Grossen Vaterländischen Krieg //
Und ich bin deutsch und
ich kann nichts dafür / stolz zu sein fällt mir eher schwer /
unsre Opas marschierten zu stramm im Korps (Chor) / und alles was mir
bleibt / ja alles was mir bleibt / ja alles was mir bleibt ist der
Castor // Es wird sich quer gestellt / der nächste kommt nicht
durch / jede Armee der Welt zahlt Lehrgeld / beim Castor //
4. Ab heute (2000)
Der
Himmel heute wirkt aquamarin / über Nacht fing der Kirschbaum an
zu blühn // sie bleibt noch liegen was hat sie geträumt / sie
ist geflogen sie hat nicht geweint // sie öffnet das Fenster sie
atmet tief durch / das Leben duftet so süß ohne Furcht //
Vielleicht
hat sie was verziehen / was lange nicht von ihrer Seite wich /
vielleicht wars nur ein Entschluss / ab heute entscheide ich über
mich //
Wissenden Auges fragt sie was ist passiert / den Spiegel
bewundernd und leicht amüsiert // so leicht wie früher wie
lang ist es her / das alte Geheimnis trübt ihr neues nicht mehr //
Vielleicht
hat sie was verziehen / was lange nicht von ihrer Seite wich /
vielleicht wars nur ein Entschluss / ab heute entscheide ich über
mich //
Seltsam die Seele sie schüttelt den Kopf / was hielt
mich zurück und wer drückt den Knopf / ab heute bin ich / ich
bin schön ich bin frei / ab heute ist nicht alles doch das
Gröbste vorbei //
Vielleicht hat sie was verziehen / was lange
nicht von ihrer Seite wich / vielleicht wars nur ein Entschluss / ab
heute entscheide ich über mich //
5. Pech gehabt – alles für die Katz (1995)
Wer
soll das begreifen / wer soll das kapiern / wenns um Liebe geht
versagen / Erfahrung und Manieren // die Karin liebt den Peter / doch
Peter ist verknallt / in Paule der pausenlos von Lilly lallt // aber
Lilly mag nur Frauen / hat sich die Finger abgekaut / und wartet wartet
wartet / auf Karins coming out //
Pech gehabt alles für die
Katz / und eh du dich versiehst / ist er fort dein süßer
Schatz // Pecht gehabt alles für die Katz / Tränen im
Tagebuch / auf geht’s zweiter Versuch //
Du liebst die
Falschen / und die Falschen lieben dich / mal bist du blind / mal
stimmt das timing nicht // auf der Suche nach der Traumfrau / bereist
ein Mann die Welt / und in der hinterlitzten (?) Ecke trifft er die die
ihm gefällt // er kann sein Glück kaum fassen / gesteht die
Liebe unumwunden / und kriegt zu hören sie hat ihren / Traummann
noch nicht gefunden //
Pech gehabt alles für die Katz / und eh
du dich versiehst / ist er fort dein süßer Schatz // Pecht
gehabt alles für die Katz / ab zum Tresen / alles schon mal da
gewesen //
Die Solisten sind es Müde / und die Duos sind es
leid / das Gras ist immer grüner / auf der schönen anderen
Seit // da wird geschielt / zwischen Laster Lust und Scham / sind wir
zöli poly mono / die meisten doch nur mollygam // und beginnt ein
Paar den Mythos / große Liebe aufzufrischen / ich fressn Besen
heiße Egon / kommt da nicht irgendein / Arsch dazwischen //
Pech
gehabt alles für die Katz / und eh du dich versiehst / ist er fort
dein süßer Schatz // Pech gehabt alles für die Katz /
Wunden geleckt / was Neues ausgeheckt //
Im Bauch da sind die Emos /
der Kopf ist Ratio-User / dazwischen pumpt das Herz / als Eternal Loser
// die Moral von der Geschicht / tut mir leid ich kenn se nicht / sucht
weiter /lasst es bleiben / ihr werdet jubeln / ihr werdet leiden //
Pech
gehabt alles für die Katz / und eh du dich versiehst / ist er fort
dein süßer Schatz // Pech gehabt alles für die Katz /
eine Liebe verschwunden / zehn Freunde wiedergefunden // Pech gehabt
alle für die Katz / der Chor der Weisen singt / nur Mut / alles
wird gut //
Happy-End-Strophe (1998, Refrainidee von Carie Mouse und Stefan Hartmann)
Du
hast die Hoffnung schon begraben / du hast dein Herz immunisiert /
Legenden Märchen haben / deine Seele maltraitiert // am Bahnhof
Richtung nirgendwo / schaust du aufs offene Meer / sagst Dinge wie /
nie wieder und ich kann nicht mehr // der Moment war kinoreif / keiner
hat es kommen sehn / erstaunt reibst du Augen / das Wunder ist geschehn
//
Glück gehabt alles für die Maus / und eh du dich
versiehst / sieht die Welt gleich anders aus // Glück gehabt alles
für die Maus / und eh du dich versiehst / sieht die Welt ganz
anders aus //
6. Doppelpass (1999)
Es ist mir
fast schon peinlich / ich kann nichts dafür ehrlich / meine Eltern
sind Schuld völlig klar / ungebeten war er plötzlich da // am
Anfang ist es keinem aufgefallen / verdächtig war nur dieses
seltsame Lallen / „Maman j’ai pas envie in die Schule zu
gehen“ / „mon fils keinö Luust kann isch nischt
verstehn“ //
Ich hab den Doppelpass / und der macht doppelt Spaß / nen Gruß an alle Arier der Nation / ich hab den Doppelpass //
Ja
ich bin doppelpasskompatibel / ansonsten ist der Deutsche echt penibel
/ komme mir ja keiner mit Betrug / mein Bleichgesicht ist doch wohl
hell genug // das Ganze ist echt lukrativ / ich sahn ab ohne Ende und
zwar massiv / so’n Doppelpass ist der letzte Schrei / ich krieg
zehn Prozent auf jeden Appel jedes Ei //
Mit meinem Doppelpass / macht alles doppelt Spaß / ein Hoch auf alle Arier der Nation / ich hab den Doppelpass //
Man
munkelt ich sei nicht allein / zwei Millionen sollen im Untergrund sein
/ also Deutschland bald gibt’s Zoff / wir sind die
Multikulti-R.A.F. //
Mit unserem Doppelpass / machen wir alle nass / ein Hoch auf alle Bastarde der Nation / wir haben den Doppelpass //
Jedenfalls
leb ich inkognito / nicht dass ein Irrer Amok läuft oder so / ich
werde beschimpft als Staaten-Bigamist / der nur unter Folter Kartoffeln
frisst // jetzt hör ich die planen den Dreierpass / ja spinnen die
total oder was / ich meld mich sofort bei der Union / für ne neue
Unterschriftenaktion //
Gegen den Trippelpass / nee nee das wär
zu krass / ein Angriff auf unsere Zivilisation / da hört er auf
der Spaß / denn mehr als Doppelpass / führt nur zu Krieg und
Hass / wenn jeder bekäm was ich nicht hab / wo kämen wir
dahin? // nee mehr als Doppelpass / da hört er auf der Spaß
//
7. Plan B (2001)
Naja so ab und zu mal werde ich
gefragt / was machstn eigentlich wenn dein Plan versagt / mit Musik und
so überhaupt und ohne Garantie / ich mein ich gönns dir aber
vielleicht klappts ja auch nie // meine Antwort lautet: es gibt da Plan
B / eine ausgesprochen wage und verwegene Idee / sollt ich eines Tages
aufgeben nicht mehr nach dem Gipfel streben / mich der Niederlage
ergeben // und ihn nicht mehr sehen / den tieferen Sinn in meinem Leben
//
Mach ich Kinder / freche kleine Dinger Depressionsbezwinger /
mach ich Kinder / mindestens vier und höchstens acht / kommen in
Betracht //
Und dann sitze ich am Tisch die Bälger um mich rum
/ wir singen vor dem Essen und dann geht es rund / das Kleinste schreit
oder schläft auf meinem Arm / ich sag Gemüse ist gesund macht
groß und stark und son Kram // nein nicht zuviel Salz, Cola,
Pizza was ist das / von allem etwas sonst werdet ihr ganz blass / dann
raus mit euch ich komme gleich zum Fußball spielen nach / lass
mal gut sein Paps hör ich erspar dir die Schmach // und das Ganze
wird ihn mir wiedergeben / den tieferen Sinn in meinem Leben //
Meine
Kinder / die frechen kleinen Dinger Depressionsbezwinger / mach ich
Kinder / mindestens vier und höchstens acht / kommen in Betracht //
Als
Hausmann und Vater wirk ich unbestritten schick / die Noten sind egal
bis auf in Sport und Musik / und wenn mich alle ignorieren und mich
niemand mehr fragt / drohe ich mal sehn was wohl die Mama dazu sagt //
womit wir auch schon wären beim nächsten Problem / meine
Herzdame billigt nur bedingt dieses System / ich seh bereits den ersten
Ehekonflikt / am Tag an dem sie mich zur Arbeit schickt // es wird mir
sicher widerstreben / aber auch das gehört zum Leben //
Für
die Kinder / die frechen kleinen Dinger Depressionsbezwinger / ich mach
Kinder / mindestens vier und höchstens acht / kommen in Betracht //
Und
erzogen werden sie in demokratischem Stil / zu fröhlich kreativen
solidarischen Wesen / die nicht nur dafür sorgen dass die Rente
stabil / und Goethes Faust immer noch auf deutsch gelesen // sondern
kämpfen dass die Angst vor dem Fremden verblasst / und Kultur
nichts ist was in nur ein Raster passt / der Friedhof der Eitelkeiten
wird voll sein morgen in Europa / und dafür werden meine Kinder
sorgen //
Meine Kinder / die frechen kleinen Dinger Bayern
München Bezwinger / ich mach Kinder / wenn es bis dahin noch geht
/ und wenn er mir bis dahin noch ... / ich mach Kinder / mindestens
vier und höchstens acht / kommen in Betracht //
8. Kleiner Sonnenschein (1995)
Was
guckst du so schüchtern drein / ich wette dein Name ist
Sonnenschein / keine Angst ich hör dir nur zu / komm sag mir wo
drückt der Schuh // was hast du da in deiner Hand / ein kleiner
Schatz oh ich bin gespannt / darf ich ihn vielleicht mal sehn /
zugegeben er ist wunderschön // laß mich schätzen wie
alt bist du / zwei Finger und der Daumen dazu / ein stolzes Nicken alle
Achtung famos / da bist du ja fast schon groß // Wenn du mir
jetzt noch deine Milchzähne zeigst / und mir kreischend auf die
Schultern steigst / ist das Eis gebrochen ist es aus mit mir /
weißt du genau ich gehöre dir // Halt mir die Augen zu ich
versprech / wer es ist ich errat es nicht / erst dein Kichern bringt
mich auf deine Spur / lach mich aus / lach nur / lach mich aus / lach
nur //
9. Du warst ja vergeben (1999)
Kenn' nicht mal
deinen Namen / hab deine Stimme nie gehört / es gibt nicht viel zu
beichten / es hat mich nie groß gestört // ich kenn nur
deine Augen / intensiv und reserviert / ein bischen zuviel Schminke /
doch wie meine durchaus interessiert //
Naja war ja nichts Ernstes / nur ein Kribbeln im Bauch / denn du warst ja vergeben / und ich eigentlich... //
Dieselbe
Strecke täglich / gingen wir zu zweit / rechts und links der
Straße / in abgebrühter Schüchternheit //
Naja war ja nichts Ernstes / nur ein Kribbeln im Bauch / denn du warst ja vergeben / und ich eigentlich... //
Hab
nie von dir geträumt / ist alles halb so schlimm / wahrscheinlich
bist du eine Zicke / und ich dir viel zu dünn / die Frage ist
verjährt / keine müde Zeile wert / was wäre wenn du dich
an mich vergeben hättest / und umgekehrt
Naja ist ja nichts
Ernstes / kein Kribbeln mehr im Bauch / du bist sicher vergeben / und
ich bin es eigentlich // naja ist ja nichts Ernstes / kein Kribbeln
mehr im Bauch / du bist sicher vergeben / und ich bin es eigentlich ...
auch ;-)
10. Der Weg ist bereitet (2001)
Öffne
die Augen / klär deine Sicht / schau hinter Kulissen / und
Rampenlicht // die Sinne geweitet / wenn du willst erkennst du / der
Weg ist bereitet //
Nur laufen mußt du selbst / der Weg ist
bereitet / laufen mußt du von allein / mußt du selbst / und
du wirst begleitet //
Öffne die Hände / dem Fremden
entgegen / Mut wirst du brauchen / auf neuen Wegen // die Sinne
geweitet / wenn du willst erkennst du / der Weg ist bereitet //
Nur
laufen mußt du selbst / der Weg ist bereitet / laufen mußt
du von allein / mußt du selbst / und du wirst begleitet //
Öffne
die Herzen / riskier Utopien / geh mit dem der dich / so braucht wie du
ihn // die Sinne geweitet / wenn du willst erkennst du / der Weg ist
bereitet //
Nur laufen mußt du selbst / der Weg ist bereitet /
laufen mußt du von allein / mußt du selbst / und du wirst
begleitet //
Öffne die Augen / klär deine Sicht / schau
hinter Kulissen / und Rampenlicht // öffne die Hände / dem
Fremden entgegen / Mut wirst du brauchen / auf neuen Wegen //
öffne die Herzen / riskier Utopien / geh mit dem der dich / so
braucht wie du ihn // die Sinne geweitet / wenn du willst erkennst du /
der Weg ist bereitet //
Nur laufen mußt du selbst / der Weg
ist bereitet / laufen mußt du von allein / mußt du selbst /
und du wirst begleitet //
11. Ihr seid hässlich (2001)
Frage
eins: was macht einen Menschen schön / vielleicht die Augen
himmelblau und meeresgrün / egal ob pechschwarz oder moccabraun /
Augen sind schön anzuschaun // da ist ein Blitzen mittendrin / ein
Blinzeln wirkt fast wie Morphin / ein Augenaufschlag up and down / hat
noch den Coolsten umgehaun // die selbsternannte Herrenrasse / findet
sich selbst superklasse / doch eure Augen blicken stumm / in eurer
kleinen Welt herum //
Ihr seid so hässlich / euer Spiegel
schreit nach Schmelztiegel / ihr seid so hässlich / eine Mischung
im Erbgut / ständ euch wirklich gut //
Frage zwei: was macht
einen Menschen attraktiv / womit kann man nur gewinnen / ob
schüchtern ob kommunikativ / ein echtes Lachen kommt von innen //
mit selbsternannten Superrassen / ist nicht wirklich gut zu spassen /
lachend hab ich euch noch nie gesehen / und darum find ich euch nicht
schön //
Ihr seid so hässlich / euer Spiegel schreit nach
Schmelztiegel / ihr seid so hässlich / eine Mischung im Erbgut /
ständ euch supergut //
Zu guter Letzt macht die Liebe
schön / wenn wir lieben ist es so als ob wir aufblühn / als
ob wir aufblühn / die Liebe strahlt wie ein Blumenstrauß /
verliebt seht ihr nicht gerade aus //
Nein ihr seid hässlich /
euer Spiegel schreit nach Schmelztiegel / ihr seid so hässlich /
eine Mischung im Erbgut / ständ euch wirklich gut //
12. Luftschlossmillionär (2000)
Bleib
ruhig liegen lass dich nicht stören / lies nur weiter wirst keinen
Mucks von mir hören / ich leg mich nur mal ganz nah an dich // bin
nicht so sicher wie ich’s gerne wär / ich bin heute
Ruinenmillionär // morgen morgen ist das Zauberwort / eine Nacht
noch dann ist die Laune fort / ich leg mich nur mal ganz nah an dich /
bin nicht so sicher wie ich’s gerne wär / ich bin heute
Ruinenmillionär //
Ich wünsch mir einen Garten und einen
großen Tisch / die Sonne scheint der Grill duftet
verführerisch / Große und Kleine fröhliches Geschrei /
und du und ich sind natürlich mit dabei //
Ich weiß auch
nicht woran es liegt / keine Ahnung was so schwer wiegt / ich lehn mich
nur mal ganz nah an dich / bin nicht so sicher wie ich’s gerne
wär / ich bin heute Ruinenmillionär // morgen morgen ist das
Zauberwort / eine Nacht noch dann ist die Laune fort / ich leg mich nur
mal ganz nah an dich // in acht Stunden ungefähr / bin ich wieder
Luftschlossmillionär //
Ich seh einen Garten und einen
großen Tisch / die Sonne scheint der Grill duftet
verführerisch / Große und Kleine fröhliches Geschrei /
und du und ich sind natürlich mit dabei //
13. Sie hat Passi gesagt (2000)
Also
gut wir fangen noch mal von vorne an / ich heiße Passi / nein
nicht Patzi Petzi Pissi oder Pussi / sondern Passi / nein nein ich bin
nicht dein Papa auch nicht deine Puppe Sissi aber fast / komm versuchs
nochmal / ja das wars / Triumph total denn //
Sie hat Passi gesagt /
heut zum allerersten Mal / sie hat Passi gesagt / und das bin ich ganz
klarer Fall / sie hat Passi gesagt //
Mir schwillt der Kamm vor
Stolz / denn sie sagt Passi / sie genießt es ebenfalls / denn sie
sagt Passi / am offenen Fenster / auf der Straße im Flur vor der
Tür / über neben hinter unter mir / durchs Baby- und durchs
Telefon / hallt die Passi-Invasion //
Sie hat Passi gesagt / heut
schon über tausend Mal / sie hat Passi gesagt / und das bin ich
ganz klarer Fall // sie hat Passi gesagt / heut schon über tausend
Mal / sie hat Passi gesagt / und das bin ich ganz klarer Fall //
Auf
dem Cover lächelt Tarkan / und sie sagt Passi / Claudia schifft im
Fernsehn / und sie sagt Passi / nein nein der Mann da in der Zeitung
heißt Müntefering / und ich bin auch nicht Reinhard Mey /
naja was solls egal / heute sind wir mal so frei denn //
Sie hat
Passi gesagt / heut schon über tausend Mal / sie hat Passi gesagt
/ und das bin ich von Fall zu Fall // sie hat Passi gesagt / heut schon
über tausend Mal / sie hat Passi gesagt / und das bin ich von Fall
zu Fall // sie hat Passi gesagt / sie sagt Passi //
14. Couleurs du sud (1997)
Avoue-le
/ les couleurs du sud / elles te manqueront / elles te manqueront /
avoue-le / la mer les lilas / et ma voix / de temps en temps //
J’étais
prêt à te donner tous les jour / mon sourire mon clin
d’oeil et mon amour / j’avais crû / non j’en
étais certain / qu’c’était moi à qui
tu irais tendre la main // j’avais tort tort tort l’amour
sera jamais ton sort mais //
Mais avoue-le / les couleurs du sud /
elles te manqueront / elles te manqueront / avoue-le / la mer les lilas
/ et ma voix / de temps en temps //
Tu les trouveras / les chemins
qui te mèneront plus loin / mes rêves étaient
peut-être naifs / j’en sais rien / une partie de toi
pleurera / j’étais le sacrifice de ta vie tu m’diras
// j’y comprends rien rien rien / mais bon d’accord
j’avais tort / mais avoue-le //
Après tout pourquoi me
livrer au chagrin / je t’aime bête comme je suis et
j’y peux rien / j’voudrais y croire en ton bonheur et ta
logique / mais même dans les films tu préfères les
fins tragiques // et tu as tort tort tort tu le caches ton coeur en or
/ et tu as tort tort tort tu le trompes ton coeur en or tu as tort //
Et
avoue-le / les couleurs du sud / elles te manqueront / elles te
manqueront / avoue-le / la mer les lilas / et ma voix / de temps en
temps / et ma voix / de temps en temps //
Farben des Südens (Übersetzung von 14.)
Gib
es zu / die Farben des Südens / sie werden dir fehlen / sie werden
dir fehlen / gib es zu / das Meer / der Flieder / und meine Stimme /
von Zeit zu Zeit
Ich war soweit dir täglich / mein
Lächeln mein Augenzwinkern und meine Liebe zu geben / ich hatte
geglaubt / nein ich war mir sicher / dass ich es sein würde dem du
die Hand reichst // ich habe mich geirrt / die Liebe wird nie dein
Schicksal sein //
Doch gib es zu / die Farben des Südens / sie
werden dir fehlen / sie werden dir fehlen / gib es zu / das Meer /der
Flieder / und meine Stimme / von Zeit zu Zeit //
Du wirst sie finden
/ die Wege die dich weiterführen / meine Träume waren
vermutlich naiv / wer weiß es / ein Teil von dir wird weinen /
ich war das Opfer deines Lebens wirst du mir sagen // ich verstehe rein
gar nichts / aber okay / ich habe mich geirrt // doch gib es zu //
Was
solls / wozu mich dem Kummer ausliefern / ich liebe dich blöd wie
ich bin / und ich kann nichts dafür / ich würde gerne an dein
Glück und deine Logik glauben / doch selbst in Spielfilmen
bevorzugst du tragische Enden // und du irrst dich / du versteckst dein
goldenes Herz / und du irrst dich / du verrätst dein goldenes Herz
//
Und gib es zu / die Farben des Südens / sie werden dir
fehlen / sie werden dir fehlen / gib es zu / das Meer / der Flieder /
und meine Stimme / von Zeit zu Zeit / und meine Stimme / von Zeit zu
Zeit //
15. Backsteinblondes Wunder (1998)
Es war
morgens in der Körnerstraße / auf dem Weg zu Bäckerei /
Slalom durch den Hundescheiße / an Sperrmüllhaufen vorbei //
an dem Platz wo sonst die Leere gähnt / ein Fischerdorf am Rhein /
leicht irritiert hör ich den einen / Fischmarktschreier schrein //
Oh ein backsteinblondes Wunder / hier herüber junge Frau / backsteinblondes Wunder / tausche Kuss gegen Kabeljau //
Da
fällts mir auf neben mir geht sie / immer noch halb verpennt / in
der Linken qualmt die Zigarette / ihre Rechte hält meine Hand //
ohne Nikotin kann sie nicht atmen / ohne Kaffee bleibt sie stumm /
morgens Augen wie ein Maulwurf / abends kennt sie kein Pardon //
Oh ein backsteinblondes Wunder / hier herüber junge Frau / backsteinblondes Wunder / tausche Kuss gegen Kabeljau //
Ich
muß gestehn ich war begeistert / bei sonem Sonderangebot / auch
wenns sonst nicht ihre Art ist / jetzt fehlte nur noch Brot // für
ein Lächeln gabs noch Lachs / und Kaviar in Gelee / erst am
Kippenautomaten / war die Glücksträhne passé //
Backsteinblondes
Wunder / Kirschmund rosarot / Backsteinblondes Wunder / raucht
schlimmer als ein Schlot // Oh ein backsteinblondes Wunder / hier
herüber junge Frau / backsteinblondes Wunder / tausche Kuss gegen
Kabeljau //
16. Die paar Meilen (1990)
Ab und zu
mal nen Brief / der kommt sofort ins Archiv / denn die Post ist ja so
lahm / dann und wann Telefonate / doch ich will dich und nicht Thran
oder Beate / misstrau der Post wenn dein Briefkasten leer / ich schreib
jeden Tag so ungefähr / und bin ich mal am Durchhängen /
zentrier ich mich mit gregorianischen Gesängen // aus den Augen
doch lang nicht aus dem Sinn / aus den Augen s‘ist nicht die
traute Zweisamkeit die uns weiterbringt //
Doch hängst du in den Seilen / komm ich geflogen im Nu / kein Problem die paar Meilen / die schaff ich locker juhu //
Mittlerweile
muß ich sogar Nachtschicht schieben / der Preis ist hoch um ab
und zu deiner Schönheit zu erliegen / ich werde sie verklagen
allesamt Bundesbahn / Verkehrsminister und natürlich Andreas Thran
/ ich hoff du wirst mir nie fremd so fremd wie mir der Ablativ /
ashteblift sonst fall ich und zwar abgrundtief / tausend Meilen kaum zu
glauben / auf der Weltkarte ist es nur ein halber Daumen // aus den
Augen doch lang nicht aus dem Sinn / aus den Augen s‘ist nicht
die traute Zweisamkeit die uns weiterbringt //
Doch hängst du
in den Seilen komm ich geflogen im Nu / kein Problem die paar Meilen
die schaff ich locker juhu // okay werd mich beeilen /werd mich
abseilen / werd mir die Nägel feilen / und außerdem noch
sogar die Haare stylen // und hängst du in den Seilen komm ich
geflogen im Nu / kein Problem die paar Meilen die schaff ich locker
juhu //
17. Pourquoi les Cévennes (1997)
Il
est de ces lieux / on ne sait pourquoi / on s’y sent bien /
loin de chez soi / un parfum particulier / vibre dans l’air /
douces lumières / soulignent les couleurs // dis moi
d’où ce sentiment / de se croire à la maison / il
suffit d’un chataigné / pour me faire rever //
Mais
pourquoi les Cévennes / terre ingrate terre de peine / où
la boussole me mène / pays sans pitié et pourtant
séduisant //
Et je m`y retrouve / presque chaque année
/ fasciné par les restanques / qui grimpent les collines / et je
me demande / quelles mains ont formé / ces maisons de pierres /
aujourd’hui en ruines // dis moi d’où ce sentiment /
de se croire à la maison / un petit champs
dépierré suffit pour me toucher //
Mais pourquoi les
Cévennes / terre ingrate terre de peine / où la boussole
me mène / pays sans pitié et pourtant séduisant //
Ma
mère vient de m’raconter / l’histoire de mon
coté francais / édit de Nantes et huguenôts / entre
Barre et Millau / de camisards à maquis / de désert
à vichy / et je tire mon chapeau allemand / devant ce grand
père résistant //
C’est pour ca les Cevennes /
terre de sang larmes et peine / où la boussole me mène /
pays sans pitié et pourtant séduisant //
Warum die Cévennes (Übersetzung von 17.)
Es
gibt diese Orte / man weiß nicht so recht warum / an denen
fühlt man sich wohl / weit weg von zuhause / ein besonderer Duft /
liegt in der Luft / weiches Licht / verstärkt die Farben // sag
mir woher kommt dieses heimatliche Gefühl / ein Kastanienbaum
reicht und ich fange an zu träumen //
Aber warum die
Cévennes / karge und mühselige Erde / wo der Kompass mich
hinführt / Land ohne Gnade und dennoch verführerisch //
Und
ich kehre dorthin zurück / fast jedes Jahr / fasziniert von
den Feldterrassen / die die Berge emporklettern / und ich frage mich
welche Hände wohl / die heutigen Steinruinen geformt haben // sag
mir woher kommt dieses heimatliche Gefühl / ein kleines
entsteintes Feld reicht um mich zu berühren //
Aber warum die
Cévennes / karge und mühselige Erde / wohin der Kompass
mich führt / Land ohne Gnade und dennoch verführerisch //
Meine
Mutter erzählte mir gerade / die Geschichte meiner
französischen Familie / Edikt von Nantes und Hugenotten /
zwischen Barre und Millau / von Kamisarden bis zum Widerstand / von
Religionskriegen bis zum Vichyregime / und ich ziehe meinen deutschen
Hut / vor diesem (Ur-) Großvater in der Resistance //
Darum
also die Cévennes / Erde voll Blut Tränen und Schmerz /
wohin der Kompass mich führt / Land ohne Gnade und dennoch
verführerisch //
18. Auf Wiedersehen im nächsten Leben (1999)
Auf
Wiedersehen im nächsten Leben / für dieses hat‘s nicht
mehr gereicht / den Schlüssel hab ich abgegeben / die Wasserwaage
neu geeicht //
Ich dreh mich um / und seh ein Foto in Pastell /
fürn Souvenir eine Spur zu hell / der Augenblick verdient einen
Pokal / was wäre wenn ist jetzt egal //
Auf Wiedersehen im
nächsten Leben / für dieses hat‘s nicht mehr gereicht /
ein Auge weint Chance vergeben / dem anderen fällts wie immer
leicht //
Ich dreh mich um / und sehe Fotos in Pastell / fürn
Souvenir eine Spur zu hell / der Schulterblick inszeniert eine Wahl /
als gäb es nur Kopf oder Zahl //
Auf Wiedersehen im
nächsten Leben / für dieses hat‘s nicht mehr gereicht /
was würd ich wirklich darum geben / glücklich ist wer nicht
vergleicht / auf Wiedersehen im nächsten Leben / glücklich
ist wer nicht vergleicht //
19. Platitüde in E (1999)
Dies
wird keine Doktorarbeit / kein brillantes Referat / meine eigentliche
Absicht / war eher privat // dies wird kein Jahrhundertopus / mit
Nobelpreisprädikat / welthistorisch unbedeutend / bleibt das
Resultat //
Ne Platitüde in E / eine Viersilbenidee / ne
Platitüde in E / und zwar: Dich liebe ich // ne Platitüde in
E / eine Viersilbenidee / ne Platitüde in E / und zwar Dich liebe
ich //
Ich hab mir überlegt / wie ich die Worte setze / wie die
Pausen / wie intoniert betont phrasiert / ob ich Dich zuerst nenne /
oder doch lieber mich // hab nen Roman geschrieben / mit Zitaten
gewürzt / nach und nach gekürzt / bis im Prinzip / nicht viel
übrig blieb //
Ne Platitüde in E / eine Viersilbenidee /
ne Platitüde in E / und zwar: Dich liebe ich // ne Platitüde
in E / eine Viersilbenidee / ne Platitüde in E / und zwar Dich
liebe ich //
Texte und Musik: Pascal Gentner
© 2002 Pascal Gentner
|
|